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Validierung: Rohrdimensionierung, Druckverluste und Wärmeverluste

Die in nPro implementierten Berechnungsverfahren zur Rohrdimensionierung sowie zur Berechnung von Druck- und Wärmeverlusten wurden mit der Planungssoftware isoConnect des Rohrherstellers isoplus verglichen. Auf dieser Seite werden die Ergebnisse für drei Vergleichsfälle (Einzelrohr und Doppelrohr, verschiedene Netztemperaturen) gegenübergestellt.

Zielsetzung und Vorgehen

Für die Planung von Wärmenetzen sind zwei Berechnungsgrößen von zentraler Bedeutung: der Druckverlust (maßgeblich für die Dimensionierung (Wahl der Nennweite) sowie die Auslegung der Netzpumpen) und der Wärmeverlust (maßgeblich für die Effizienz des Netzes). Um die in nPro implementierten Verfahren zu überprüfen, wurden die Ergebnisse mit der Software isoConnect vom Rohrhersteller isoplus verglichen.

Damit ausschließlich methodische Unterschiede sichtbar werden, wurden in beiden Programmen identische Rohrtypen und identische Randbedingungen verwendet. Das bedeutet insbesondere gleiche Werte für Umgebungs- und Bodentemperaturen, die Wärmeleitfähigkeit von Mediumrohr, gleiche Rohrrauheit, gleicher Rohrabstand sowie gleiche Verlegetiefe bzw. Überdeckung.

Alle im Folgenden angegebenen prozentualen Abweichungen beziehen sich auf die Ergebnisse von isoConnect als Referenzwert.

Randbedingungen

Allgemeine Randbedingungen

Die folgenden Randbedingungen gelten für alle Vergleichsrechnungen und wurden in nPro und isoConnect identisch angesetzt. Strahlungseinflüsse wurden in beiden Tools nicht berücksichtigt.

Tabelle 1: Allgemeine Randbedingungen für die Vergleichsrechnungen in nPro und isoConnect
ParameterWert
Vorlauf-/Rücklauftemperatur80/40 °C (Fall 1 und 2) bzw. 110/70 °C (Fall 3)
Außenlufttemperatur8 °C
Erdreichtemperatur8 °C
Berücksichtigung von Strahlungnein
Wärmeleitfähigkeit Erdreich1,5 W/(m K)
Windgeschwindigkeit (Freileitung)3 m/s
Überdeckung (bei erdverlegten Leitungen)1,0 m
WärmeträgermediumWasser
Rohrlänge je Leitung100 m
Maximales Druckgefälle (Dimensionierung)300 Pa/m
Nachbildung des Wärmenetzes in nPro
Abbildung 1: Nachbildung des Wärmenetzes zur Berechnung der untersuchten Fälle in nPro

Betrachtete Fälle

Verglichen werden drei Fälle, die sich in Rohrtyp und Netztemperatur unterscheiden. Innerhalb jedes Falls werden jeweils drei Leitungen mit einer Länge von 100 m und unterschiedlicher Transportleistung bzw. Verlegeart betrachtet.

Tabelle 2: Übersicht der betrachteten Vergleichsfälle und der jeweils berechneten Leitungen
FallRohrtypVorlauf-/RücklauftemperaturLeitung 1Leitung 2Leitung 3
1Einzelrohr80 / 40 °Cerdverlegt, 1000 kWerdverlegt, 500 kWFreileitung, 1000 kW
2Doppelrohr80 / 40 °Cerdverlegt, 1000 kWerdverlegt, 500 kWerdverlegt, 750 kW
3Einzelrohr110 / 70 °Cerdverlegt, 1000 kWerdverlegt, 500 kWFreileitung, 1000 kW

Rohrspezifische Parameter

Die Eigenschaften der Rohrleitungen unterscheiden sich je nach Rohrtyp. In beiden Programmen wurden jeweils dieselben Werte hinterlegt.

Tabelle 3: Rohrspezifische Parameter für Rohrtypen in den betrachteten Fällen
ParameterEinzelrohr (Fall 1 und 3)Doppelrohr (Fall 2)
Produktbezeichnung / Rohrtypisoplus Konti (normal), Stahlisoplus Konti (einfach verstärkt), Stahl
Dämmstandard / DämmserieStandard1x verstärkt
Wärmeleitfähigkeit Dämmung (λ50)0,024 W/(m K)0,024 W/(m K)
Rohrrauheit0,1 mm0,1 mm
Abstand der Mediumrohre150 mm25 mm (DN 80) bzw. 20 mm (DN 65)

Fall 1: Einzelrohr bei 80 °C Vorlauftemperatur

Der erste Fall bildet ein Wärmenetz mit getrennt verlegtem Vor- und Rücklauf ab. Verglichen werden nacheinander die gewählte Nennweite, der spezifische Druckverlust und der spezifische Wärmeverlust. Da nPro den Druckverlust als einen Wert je Trasse ausgibt, isoConnect dagegen getrennt für Vor- und Rücklauf, wird für isoConnect jeweils der Mittelwert beider Leitungen herangezogen.

Tabelle 4: Gewählte Nennweiten für ein Einzelrohrsystem bei 80/40 °C
LeitungnProisoConnectAbweichung
Erdverlegt, 1000 kWDN 80DN 800 %
Erdverlegt, 500 kWDN 65DN 650 %
Freileitung, 1000 kWDN 80DN 800 %
Tabelle 5: Spezifische Druckverluste für ein Einzelrohrsystem bei 80/40 °C
LeitungnProisoConnectAbweichung
Erdverlegt, 1000 kW168 Pa/m167,9 Pa/m0,1 %
Erdverlegt, 500 kW104 Pa/m104,2 Pa/m-0,2 %
Freileitung, 1000 kW168 Pa/m167,9 Pa/m0,1 %
Tabelle 6: Spezifische Wärmeverluste je Trassenmeter (Vor- und Rücklauf) für ein Einzelrohrsystem bei 80/40 °C
LeitungnProisoConnectAbweichung
Erdverlegt, 1000 kW22,9 W/m23,6 W/m-3,2 %
Erdverlegt, 500 kW22,1 W/m23,0 W/m-3,7 %
Freileitung, 1000 kW27,6 W/m26,7 W/m3,6 %

Beide Programme wählen für alle drei Leitungen dieselbe Nennweite. Die Abweichung im spezifischen Druckverlust liegt bei rund 0,2 %. Die Wärmeverluste stimmen mit Abweichungen von unter 4 % ebenfalls gut überein. Bei den erdverlegten Leitungen berechnet nPro geringfügig niedrigere, bei der Freileitung geringfügig höhere Verluste als isoConnect.

Fall 2: Doppelrohr bei 80 °C Vorlauftemperatur

Bei Doppelrohrsystemen sind Vor- und Rücklauf in einem gemeinsamen Mantelrohr eingebettet. Dadurch ist der Wärmeverlust deutlich geringer als bei Einzelrohren, gleichzeitig muss die Wärmeübertragung zwischen den beiden Mediumrohren in der Berechnung berücksichtigt werden.

Tabelle 7: Gewählte Nennweiten für ein Doppelrohrsystem bei 80/40 °C
LeitungnProisoConnectAbweichung
Erdverlegt, 1000 kWDN 80DN 800 %
Erdverlegt, 500 kWDN 65DN 650 %
Erdverlegt, 750 kWDN 80DN 800 %
Tabelle 8: Spezifische Druckverluste für ein Doppelrohrsystem bei 80/40 °C
LeitungnProisoConnectAbweichung
Erdverlegt, 1000 kW168 Pa/m167,9 Pa/m0,1 %
Erdverlegt, 500 kW104 Pa/m104,2 Pa/m-0,2 %
Erdverlegt, 750 kW96 Pa/m96,2 Pa/m-0,2 %
Tabelle 9: Spezifische Wärmeverluste je Trassenmeter (Vor- und Rücklauf) für ein Doppelrohrsystem bei 80/40 °C
LeitungnProisoConnectAbweichung
Erdverlegt, 1000 kW13,3 W/m12,9 W/m2,9 %
Erdverlegt, 500 kW12,1 W/m11,8 W/m2,6 %
Erdverlegt, 750 kW13,3 W/m12,9 W/m2,9 %

Auch beim Doppelrohr wählen beide Programme dieselbe Nennweite, und die Druckverluste weichen um weniger als 0,2 % voneinander ab. Die Wärmeverluste liegen in nPro um rund 3 % über den Werten von isoConnect.

Fall 3: Einzelrohr bei 110 °C Vorlauftemperatur

Der dritte Fall untersucht, ob die Übereinstimmung auch bei höheren Netztemperaturen und damit größeren Temperaturdifferenzen zum Erdreich erhalten bleibt. Rohrtyp und Verlegung entsprechen Fall 1, die Netztemperaturen wurden auf 110/70 °C angehoben.

Tabelle 10: Gewählte Nennweiten für ein Einzelrohrsystem bei 110/70 °C
LeitungnProisoConnectAbweichung
Erdverlegt, 1000 kWDN 80DN 800 %
Erdverlegt, 500 kWDN 65DN 650 %
Freileitung, 1000 kWDN 80DN 800 %
Tabelle 11: Spezifische Druckverluste für ein Einzelrohrsystem bei 110/70 °C
LeitungnProisoConnectAbweichung
Erdverlegt, 1000 kW167 Pa/m161,8 Pa/m3,2 %
Erdverlegt, 500 kW103 Pa/m99,9 Pa/m3,2 %
Freileitung, 1000 kW167 Pa/m161,8 Pa/m3,2 %
Tabelle 12: Spezifische Wärmeverluste je Trassenmeter (Vor- und Rücklauf) für ein Einzelrohrsystem bei 110/70 °C
LeitungnProisoConnectAbweichung
Erdverlegt, 1000 kW36,1 W/m37,3 W/m-3,3 %
Erdverlegt, 500 kW34,8 W/m36,2 W/m-3,7 %
Freileitung, 1000 kW43,6 W/m42,1 W/m3,5 %

Die Nennweiten stimmen erneut in allen drei Leitungen überein. Bei den Wärmeverlusten bleibt die Abweichung mit rund 3 bis 4 % auf demselben Niveau wie bei 80 °C Vorlauftemperatur, und es zeigt sich dasselbe Muster: erdverlegt berechnet nPro etwas niedrigere, freihängend etwas höhere Verluste. Beim Druckverlust wächst die Abweichung gegenüber Fall 1 von rund 0,2 % auf gut 3 %. Ursache sind die bei hohen Temperaturen stärker voneinander abweichenden Stoffwerte des Wassers, die über Dichte und Viskosität direkt in Massenstrom und Rohrreibung eingehen.

Einordnung der Abweichungen

In allen drei Vergleichsfällen wählen nPro und isoConnect dieselben Nennweiten. Die spezifischen Druckverluste weichen bei 80/40 °C um weniger als 0,2 % und bei 110/70 °C um gut 3 % voneinander ab. Maßgeblich sind hier die temperaturabhängigen Stoffwerte von Wasser und die Bestimmung des Reibungsbeiwerts, deren Einfluss mit steigender Netztemperatur zunimmt. Die spezifischen Wärmeverluste stimmen mit Abweichungen von rund 3 bis 4 % ebenfalls gut überein, wobei nPro bei erdverlegten Einzelrohren geringfügig niedrigere und bei freihängender Verlegung geringfügig höhere Werte berechnet. Dahinter stehen unterschiedliche Ansätze für den äußeren Wärmeübergang sowie für den Erdreichwiderstand und die gegenseitige thermische Beeinflussung von Vor- und Rücklauf. Für die Planungspraxis liegen diese Unterschiede deutlich innerhalb der Unsicherheit, die aus den Annahmen zu Erdreicheigenschaften, Verlegetiefe und Betriebstemperaturen ohnehin resultiert.

Quellen