Validierung der Geothermie-Sondenberechnung in nPro
Auf dieser Seite wird die Berechnung von Geothermie-Sondenfeldern in nPro validiert. Die Ergebnisse von nPro werden mit der Software EED (Energy Earth Designer), mit GEO-HANDlight von Prof. Koenigsdorff, mit einer wissenschaftlichen Vergleichsstudie von 12 Softwaretools sowie mit den Kennwerten der VDI 4640 Blatt 2 verglichen.
Die in nPro verwendete Berechnungsmethodik (Grundlagen, Bestimmung der Sondenlänge, Berechnung der Wärmepumpenaustrittstemperatur und validierte Wertebereiche der Eingabeparameter) ist auf der Seite Auslegung von Geothermie-Sonden: Berechnungsmethodik beschrieben.
Validierung mit EED (Energy Earth Designer)
Im Folgenden wird die Dimensionierung von Geothermie-Sonden in nPro mit den Berechnungsergebnissen aus EED (Energy Earth Designer) anhand zweier Berechnungsbeispiele exemplarisch verglichen. EED ist eine Standardsoftware zur Geothermie-Auslegung. Zur Berechnung der g-Funktion wird in nPro standardmäßig die Randbedingung einer einheitlichen Bohrlochwandtemperatur (UBWT, uniform borehole wall temperature) zugrunde gelegt.
Tabelle 1: Feste Eingabewerte, die sich in den nachfolgenden Validierungsszenarien nicht ändern (wenn nicht anders angegeben).
Wärmeleitfähigkeit Erdboden
Volumetr. Wärmekapazität Erdboden
Geothermische Wärmestromdichte
Bohrlochwiderstand
Bohrlochradius
Lufttemperatur
Auslegungszeitraum
2,2 W/(mK)
2,12 MJ/(m³K)
0,064 W/m²
0,08 mK/W
0,081 m
11,2 °C
50 Jahre
Tabelle 2: Lastfälle für die Validierungsszenarien: Der Regenerationsgrad beschreibt das Verhältnis der in den Boden eingebrachten Wärme zur entzogenen Wärme.
Lastfall
Jährl. Wärmebedarf
Max. monatl. Wärmebedarf
Spitzenlast Wärmebedarf
Regenerationsgrad
1
351 MWh/a
57,94 MWh/mon
189 kW
28,5 %
2
287,1 MWh/a
47,4 MWh/mon
155 kW
28,6 %
Tabelle 3: Sondenlänge in Abhängigkeit von der Sondenanordnung, Sondenabstand (8,65 m bzw. 8 m in Lastfall 1 und 2), minimalen Sondeneintrittstemperatur (-1 °C), Temperaturspreizung am Sondenein- und -austritt (3 bzw. 3,6 K).
Lastfall
Sondenanordnung
nPro
EED
Abweichung
1
5 x 10 (50 Sonden)
138 m
140 m
-1,4 %
2
2 x 17 (34 Sonden)
148 m
140 m
5,7 %
Die Abweichungen zwischen den Berechnungsergebnissen von nPro und EED sind gering. Im ersten Lastfall beträgt die Abweichung der Sondenlänge 2 m (138 m in nPro statt 140 m bei EED), im zweiten Lastfall 8 m (148 m in nPro statt 140 m bei EED). Die relativen Abweichungen betragen im ersten Lastfall 1,4 %, im zweiten Lastfall 5,7 %. Die Abweichungen resultieren unter anderem aus der unterschiedlichen Berechnung der g-Funktion. In nPro wird die g-Funktion geometrisch mithilfe des Rechenkerns pygfunction von Massimo Cimmino berechnet. Insgesamt sind die Abweichungen zwischen beiden Software-Tools jedoch akzeptabel (ca. 5 - 10 %), insbesondere wenn berücksichtigt wird, dass die Unsicherheit der Eingangsparameter in der frühen Planungsphase einer Geothermieanlage deutlich größer ist.
Validierung mit GEO-HANDlight
Zusätzlich zur Validierung mit EED wurde die Berechnungsmethodik von nPro mit GEO-HANDlight (Version 5.0) von Prof. Koenigsdorff verglichen. In dieser Validierung wurde zur Berechnung der g-Funktion die Randbedingung einer gleichmäßigen Wärmeübertragungsrate (UHTR) zugrunde gelegt. In der aktuellen Version von nPro wird hingegen standardmäßig die Randbedingung einer einheitlichen Bohrlochwandtemperatur (UBWT) zugrunde gelegt. Dies führt zu leichten Abweichungen bei der Berechnung der g-Funktion.
Validierung der Berechnungsmethodik der Sondenlänge
Im Folgenden wird die Dimensionierung von Geothermiesonden in nPro mit den Berechnungsergebnissen aus dem GEO-HANDlight-Tool (Version 5.0) von Prof. Koenigsdorff verglichen.
Definition der Validierungsszenarien
Tabelle 4: Lastfälle für die Validierungsszenarien: Der Regenerationsgrad beschreibt das Verhältnis der in den Boden eingebrachten Wärme zur entzogenen Wärme.
Lastfall
Jährl. Wärmebedarf
Max. monatl. Wärmebedarf
Spitzenlast Wärmebedarf
Regenerationsgrad
1
48,74 MWh/a
12,76 MWh/mon
41,23 kW
0 %
2
64,66 MWh/a
9,26 MWh/mon
54,98 kW
14,3 %
3
36,36 MWh/a
13,18 MWh/mon
49,82 kW
100 %
Tabelle 5: Feste Eingabewerte, die sich in den nachfolgenden Validierungsszenarien nicht ändern (wenn nicht anders angegeben).
Bohrlochwiderstand
Bohrlochradius
Geothermische Wärmestromdichte
Temperaturspreizung Sondenein- und -austritt
Standort / Lufttemperatur
0,1 mK/W
0,075 m
0,065 W/m²
4 K
Berlin / 10,24 °C
Validierung der Berechnung der Sondenlänge
Für unterschiedliche rechteckige Erdsondenanordnungen werden die mit nPro und GEO-HANDlight berechneten Sondenlängen verglichen. Die Abweichung resultiert aus den unterschiedlichen Methoden zur Bestimmung der g-Funktion (in nPro wird die g-Funktion geometrisch mithilfe des Rechenkerns von Massimo Cimmino berechnet, GEO-HANDlight nutzt heuristische Berechnungsansätze). Insgesamt sind die Abweichungen zwischen beiden Tools jedoch gering (in den meisten Fällen unterhalb von 3 %).
Tabelle 6: Sondenlänge in Abhängigkeit von der Sondenanordnung: Für die Berechnung wird der zweite Lastfall sowie eine Wärmepumpenaustrittstemperatur von -5 °C angenommen. Die Sonden haben einen Abstand von 10 m und der Erdboden hat eine Wärmeleitfähigkeit von 1,5 W/(mK).
Sondenanordnung
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
3x2
226 m
229 m
-1,3 %
3x3
172 m
186 m
-7,5 %
6x2
136 m
139 m
-2,2 %
4x4
112 m
111 m
0,9 %
6x3
99 m
100 m
-1 %
Tabelle 7: Sondenlänge in Abhängigkeit von der Wärmepumpenaustrittstemperatur: Für die Berechnung wird der zweite Lastfall untersucht. Die Sonden sind in der Anordnung 4x4 mit einem Abstand von 10 m platziert. Der Erdboden hat eine Wärmeleitfähigkeit von 1,5 W/(mK).
Wärmepumpenaustrittstemperatur
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
-5 °C
111 m
111 m
0 %
-3 °C
129 m
130 m
-0,8 %
0 °C
164 m
170 m
-3,5 %
Tabelle 8: Sondenlänge in Abhängigkeit vom Sondenabstand: Für die Berechnung wird der zweite Lastfall sowie eine Wärmepumpenaustrittstemperatur von 0 °C untersucht. Die Sonden sind in der Anordnung 4x4 platziert. Der Erdboden hat eine Wärmeleitfähigkeit von 1,5 W/(mK).
Sondenabstand
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
10 m
164 m
170 m
-3,5 %
15 m
147 m
148 m
-0,7 %
20 m
137 m
136 m
0,7 %
30 m
124 m
127 m
-2,4 %
50 m
114 m
119 m
-4,2 %
Tabelle 9: Sondenlänge in Abhängigkeit des Bohrlochwiderstandes, Bohrlochradius und der Wärmeleitfähigkeit: Für die Berechnung wird der zweite Lastfall sowie eine Wärmepumpenaustrittstemperatur von 0 °C untersucht. Die Sonden sind in der Anordnung 4x4 mit einem Abstand von 10 m platziert.
Bohrlochwiderstand
Bohrlochradius
Wärmeleitfähigkeit
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
0,08 mK/W
0,075 m
1,5 W/(mK)
158 m
163 m
-3,1 %
0,1 mK/W
0,075 m
1,5 W/(mK)
164 m
170 m
-3,5 %
0,12 mK/W
0,075 m
1,5 W/(mK)
169 m
176 m
-4 %
0,1 mK/W
0,025 m
1,5 W/(mK)
193 m
199 m
-3 %
0,1 mK/W
0,05 m
1,5 W/(mK)
175 m
181 m
-3,3 %
0,1 mK/W
0,1 m
1,5 W/(mK)
155 m
162 m
-4,3 %
0,1 mK/W
0,075 m
2 W/(mK)
144 m
146 m
-1,4 %
0,1 mK/W
0,075 m
2,5 W/(mK)
129 m
129 m
0 %
0,1 mK/W
0,075 m
3 W/(mK)
117 m
117 m
0 %
Tabelle 10: Sondenlänge in Abhängigkeit von der Regeneration: Für die Berechnung werden die Sonden in einer 4x4 Anordnung mit einem Abstand von 10 m platziert. Der Erdboden hat eine Wärmeleitfähigkeit von 1,5 W/(mK).
Jährlicher Wärmeentzug
Regeneration
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
48,74 MWh/a
0 %
133 m
134 m
-0,7 %
64,66 MWh/a
14,3 %
164 m
170 m
-3,5 %
36,36 MWh/a
100 %
85 m
86 m
-1,2 %
Tabelle 11: Sondenlänge in Abhängigkeit vom Standort: Der Standort beeinflusst die mittlere Lufttemperatur. Für die Berechnung wird der zweite Lastfall sowie eine Wärmepumpenaustrittstemperatur von 0 °C untersucht. Die Sonden sind in der Anordnung 4x4 mit einem Abstand von 10 m platziert. Der Erdboden hat eine Wärmeleitfähigkeit von 1,5 W/(mK).
Standort
Mittlere Lufttemperatur
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
München
9,53 °C
173 m
181 m
-4,4 %
Berlin
10,24 °C
164 m
170 m
-3,5 %
Frankfurt
11,24 °C
151 m
155 m
-2,6 %
Validierung der Berechnung der Temperatur am Wärmepumpenaustritt
Um die Sondenanzahl zu berechnen, wird in nPro die Wärmepumpenaustrittstemperatur als Auslegungskriterium herangezogen. Im Folgenden wird daher die Wärmepumpenaustrittstemperatur von nPro und dem GEO-HANDlight-Tool verglichen. Eine Validierung der Sondenanzahl ist nicht möglich, da diese mit dem GEO-HANDlight-Tool nicht direkt ermittelt werden kann.
Tabelle 12: Feste Eingabewerte, die sich in den nachfolgenden Validierungsszenarien nicht ändern (wenn nicht anders angegeben).
Bohrlochwiderstand
Bohrlochradius
Geothermische Wärmestromdichte
Temperaturspreizung Sondenein- und -austritt
Standort / Lufttemperatur
0,1 mK/W
0,075 m
0,065 W/m²
4 K
Berlin / 10,24 °C
Tabelle 13: Wärmepumpenaustrittstemperatur in Abhängigkeit von der Sondenanordnung: Für die Berechnung wird der zweite Lastfall sowie eine Sondenlänge von 200 m untersucht. Die Sonden haben einen Abstand von 10 m und der Erdboden hat eine Wärmeleitfähigkeit von 2,5 W/(mK).
Sondenanordnung
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
3x2
-5,2 °C
-5,5 °C
0,3 K
3x3
-5,9 °C
-5,9 °C
0 K
6x2
-1,8 °C
-1,7 °C
-0,1 K
4x4
0,4 °C
0,7 °C
-0,3 K
6x3
1,6 °C
2 °C
-0,4 K
Tabelle 14: Wärmepumpenaustrittstemperatur in Abhängigkeit von der Sondenlänge: Für die Berechnung wird der zweite Lastfall betrachtet. Die Sonden sind in der Anordnung 6x3 mit einem Abstand von 10 m platziert. Der Erdboden hat eine Wärmeleitfähigkeit von 2,5 W/(mK).
Sondenlänge
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
200 m
4,6 °C
4,5 °C
0,1 K
100 m
-1,4 °C
-1,1 °C
-0,3 K
66,67 m
-5,7 °C
-5,5 °C
-0,2 K
Tabelle 15: Wärmepumpenaustrittstemperatur in Abhängigkeit vom Sondenabstand: Für die Berechnung wird der zweite Lastfall betrachtet, mit einer Sondenlänge von 200 m. Die Sonden sind in der Anordnung 6x3 mit einem Abstand von 10 m platziert. Der Erdboden hat eine Wärmeleitfähigkeit von 2,5 W/(mK).
Sondenabstand
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
10 m
-1,4 °C
-0,4 °C
-0,3 K
15 m
-0,4 °C
-0,3 °C
-0,1 K
20 m
0,2 °C
0,2 °C
0 K
30 m
0,8 °C
0,7 °C
0,1 K
50 m
1,4 °C
1,1 °C
0,3 K
Tabelle 16: Wärmepumpenaustrittstemperatur in Abhängigkeit des Bohrlochwiderstandes, Bohrlochradius und der Wärmeleitfähigkeit: Für die Berechnung wird der zweite Lastfall sowie eine Sondenlänge von 200 m untersucht. Die Sonden sind in der Anordnung 4x4 mit einem Abstand von 10 m platziert.
Bohrlochwiderstand
Bohrlochradius
Wärmeleitfähigkeit
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
0,08 mK/W
0,075 m
2,5 W/(mK)
4,6 °C
4,8 °C
-0,2 K
0,1 mK/W
0,075 m
2,5 W/(mK)
4,3 °C
4,5 °C
-0,2 K
0,12 mK/W
0,075 m
2,5 W/(mK)
4,0 °C
4,2 °C
-0,2 K
0,1 mK/W
0,025 m
2,5 W/(mK)
3,2 °C
3,4 °C
-0,2 K
0,1 mK/W
0,05 m
2,5 W/(mK)
3,9 °C
4,1 °C
-0,2 K
0,1 mK/W
0,1 m
2,5 W/(mK)
4,3 °C
4,7 °C
-0,4 K
0,1 mK/W
0,075 m
2,5 W/(mK)
4,3 °C
4,5 °C
-0,2 K
0,1 mK/W
0,075 m
3 W/(mK)
4,6 °C
4,8 °C
-0,2 K
0,1 mK/W
0,075 m
3,5 W/(mK)
4,9 °C
5 °C
-0,1 K
Tabelle 17: Wärmepumpenaustrittstemperatur in Abhängigkeit von der Regeneration: Für die Berechnung werden die Sonden in einer 6x3 Anordnung mit einem Abstand von 10 m platziert. Die Sonden haben eine Länge von 200 m und der Erdboden hat eine Wärmeleitfähigkeit von 2,5 W/(mK).
Jährlicher Wärmeentzug
Regeneration
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
48,74 MWh/a
0 %
1,3 °C
1,4 °C
-0,1 K
64,66 MWh/a
14,3 %
-1,8 °C
-1,7 °C
-0,1 K
36,36 MWh/a
100 %
7,8 °C
7,6 °C
0,2 K
Tabelle 18: Wärmepumpenaustrittstemperatur in Abhängigkeit vom Standort: Der Standort beeinflusst die mittlere Lufttemperatur. Für die Berechnung wird der zweite Lastfall sowie eine Sondenlänge von 200 m untersucht. Die Sonden sind in der Anordnung 6x3 mit einem Abstand von 10 m platziert. Der Erdboden hat eine Wärmeleitfähigkeit von 2,5 W/(mK).
Standort
Mittlere Lufttemperatur
nPro
GEO-HANDlight
Abweichung
München
9,53 °C
3,6 °C
3,8 °C
-0,2 K
Berlin
10,24 °C
4,3 °C
4,5 °C
-0,2 K
Frankfurt
11,24 °C
5,3 °C
5,5 °C
-0,2 K
Validierung mit wissenschaftlicher Studie
Zusätzlich zur Validierung mit EED und GEO-HANDlight wurden die Berechnungsergebnisse von nPro mit den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Studie verglichen, in der 12 Softwaretools zur Geothermiesondenauslegung quantitativ verglichen wurden (Ahmadfard et al.: A review of vertical ground heat exchanger sizing tools including an intermodel comparison, Renewable and Sustainable Energy Reviews, 2019)[4]. In dieser Validierung wurde zur Berechnung der Sondenlänge die Randbedingung einer Temperaturspreizung zwischen Sondeneintritt und Sondenaustritt von 3 K zugrunde gelegt. In der nachfolgenden Tabelle ist die Dimensionierung der Geothermiesonden mittels nPro und mittels der anderen 12 untersuchten Software-Tools dargestellt.
Tabelle 19: Mittelwert, Minimum und Maximum der Berechnungsergebnisse der 12 untersuchten Software-Tools im Vergleich zu den Berechnungsergebnissen von nPro für die in der Studie definierten Testfälle 1a bis 4.
Test 1a
Test 1b
Test 2
Test 3
Test 4
Mittelwert
60 m
76 m
94 m
100 m
119 m
Minimum
57 m
71 m
91 m
86 m
93 m
Maximum
64 m
81 m
108 m
115 m
129 m
nPro
79 m
76 m
99 m
92 m
129 m
Abbildung 1: Grafische Darstellung der Validierungsergebnisse: nPro im Vergleich zu den Software-Tools der Studie.
Validierung mit VDI 4640 Blatt 2
Zusätzlich zur Validierung mit EED, GEO-HANDlight und einer wissenschaftlichen Vergleichsstudie wurden die Berechnungsergebnisse von nPro mit ausgewählten Kennwerten aus der Richtlinie VDI 4640 Blatt 2 verglichen. Die Tabellen B2 bis B4 der Richtlinie enthalten spezifische Entzugsleistungen für Erdwärmesonden bei reinem Heizbetrieb ohne Trinkwassererwärmung. Die Kennwerte unterscheiden sich nach Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds, Anzahl der Erdwärmesonden, Jahresvolllaststunden und minimaler Temperatur am Wärmepumpenaustritt bei Spitzenlast.
Für die Validierung wurden sechs Vergleichsfälle ausgewählt, die unterschiedliche Extrem- und Mittelfälle der VDI-Tabellen abdecken. Die Sondenlänge wurde in allen Fällen mit 100 m je Sonde angesetzt. Die maximale Entzugsleistung wurde aus der Anzahl der Sonden, der Sondenlänge und der spezifischen Entzugsleistung aus der VDI-Tabelle berechnet. Der jährliche Wärmeentzug ergibt sich aus der maximalen Entzugsleistung und den Jahresvolllaststunden.
Die maximale Entzugsleistung wird aus der Anzahl der Sonden, der Sondenlänge und der spezifischen Entzugsleistung aus der VDI-Tabelle berechnet:
Q˙V=n⋅l⋅q˙
Der jährliche Wärmeentzug ergibt sich aus der maximalen Entzugsleistung und den Jahresvolllaststunden:
Qa=Q˙V⋅t
Für alle Vergleichsfälle wurden die in der VDI 4640 Blatt 2 angegebenen Randbedingungen übernommen. Dazu gehören Doppel-U-Sonden mit einem effektiven Bohrlochwiderstand von 0,12 (mK)/W, ein Bohrlochradius von 0,075 m, ein Sondenabstand von 6 m, eine Temperaturspreizung von 3 K, eine mittlere ungestörte Untergrundtemperatur von 11 °C sowie ein Auslegungszeitraum von 50 Jahren. Die volumetrische Wärmekapazität des Untergrunds wurde entsprechend der Berechnungsgrundlage von GEO-HANDlight mit 2,18 MJ/(m³K) angesetzt.
Tabelle 20: Eingabewerte und Ergebnisse der Validierung ausgewählter Extremfälle nach VDI 4640 Blatt 2, Tabellen B2 bis B4.
Beschreibung
Min. Temp. Sondeneintr.
Volllaststd.
Sonden
Wärmeleitfähigkeit
Entzug VDI
Entzug nPro
Schlechtester Fall
0 °C
2400 h/a
5
1 W/(mK)
10,7 W/m
10,6 W/m
Bester Tabellenwert
0 °C
1200 h/a
1
4 W/(mK)
44,3 W/m
44,0 W/m
Maximale Sondenanzahl bei niedriger Volllaststundenzahl
0 °C
1200 h/a
5
1 W/(mK)
18,8 W/m
18,8 W/m
Einzelsonde bei hoher Volllaststundenzahl
0 °C
2400 h/a
1
4 W/(mK)
35,5 W/m
35,0 W/m
Niedrige Temperaturgrenze
-5 °C
1800 h/a
1
2 W/(mK)
43,0 W/m
43,0 W/m
Mittlerer Mehrsondenfall
-3 °C
2100 h/a
3
3 W/(mK)
36,9 W/m
37,0 W/m
Die Ergebnisse zeigen eine sehr gute Übereinstimmung zwischen nPro und den spezifischen Entzugsleistungen der VDI 4640 Blatt 2. Die Abweichungen der ausgewählten Vergleichsfälle liegen zwischen 0,0 % und 1,4 %. Die größte relative Abweichung tritt im Fall D auf: nPro berechnet 35,0 W/m gegenüber 35,5 W/m nach VDI 4640 Blatt 2.
Damit bestätigen die Ergebnisse, dass nPro für unterschiedliche Kombinationen aus Sondenanzahl, Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds, Jahresvolllaststunden und Temperaturgrenzen konsistente Ergebnisse im Vergleich zu den Kennwerten der VDI 4640 Blatt 2 liefert.