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Trinkwarmwasserbedarf in Quartieren

Der Trinkwarmwasserbedarf kann für die Planung von Wärmenetzen in Quartieren eine entscheidende Rolle spielen, da er ganzjährig besteht und nur eine geringe saisonale Abhängigkeit aufweist.

Wie groß ist der Trinkwarmwasserbedarf?

Der Nutzenergiebedarf für Trinkwarmwasser wird für Wohngebäude in der deutschen Energieeinsparverordnung (ENEV) 2014 pauschal mit 12,5 kWh/m²a angesetzt. In der österreichischen Wärmeschutznorm ÖNORM B 8110-5 werden für Wohngebäude pauschal 35 Wh/m² und Tag angesetzt, was bei 365 Tagen 12,8 kWh/m²a entspricht. Für Büros ist der flächenspezifische Trinkwarmwasserbedarf in der Regel deutlich geringer. Gemäß ÖNORM B 8110-5 beträgt dieser der Hälfte von Wohngebäuden, also 6,4 kWh/m²a. Bei Krankenhäusern ist er rund doppelt so groß (25,6 kWh/m²a). Zu beachten ist, dass Verteilverluste innerhalb eines Gebäudes in etwa so groß sind wie die eigentlichen Nutzbedarfe, sodass die Wärmeerzeugung für Trinkwarmwasser für ein Wohngebäude etwa 25 kWh/m²a beträgt.

Tabelle 1: Trinkwarmwasserbedarf für unterschiedliche Gebäudetypen (Nutzenergie, ohne Verteilverluste).
Gebäudetyp TWW-Bedarf
Wohngebäude 12,5 kWh/m2
Schule 3 kWh/m2
Büro 8 kWh/m2
Krankenhaus > 30 kWh/m2
Das nPro-Tool stellt spezifische Trinkwarmwasserbedarfe für unterschiedliche Gebäudetypen zur Orientierung bereit, darunter Literaturwerte aus statistischen Erhebungen sowie nationalen Normen.

Simulation und Berechnung

Zur Bestimmung von Bedarfsprofilen können stochastische Simulationen verwendet werden. Diese bilden das Nutzerverhalten detailliert ab und basieren auf sogenannten Zapfprofilen. Nachteil dieser Simulationen ist, dass sehr umfangreiche Eingangsdaten benötigt werden, z. B. Anwesenheitsprofile der Bewohner (zum Teil ableitbar aus Alter und beruflicher Tätigkeit). Diese Daten liegen meist in einer frühen Planungsphase von Quartieren noch nicht vor. Es ist daher oftmals zweckmäßig, erfahrungsbasierte Angaben aus der Literatur zu Grunde zu legen und so den Trinkwarmwasserbedarf abzuschätzen. Auf diese Weise werden die Gesamtbedarfe für Trinkwarmwasser in erster Näherung ausreichend genau getroffen. Mit Hilfe von typischen Nutzungsprofilen können außerdem stündlich aufgelöste Bedarfsprofilen erzeugt werden.

Quellen

  1. Energieeinsparverordnung (ENEV) 2014.
  2. Wärmeschutznorm ÖNORM B 8110-5 (Österreich)

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